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jedigurl

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Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim - Jonathan Coe, Walter Ahlers Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim? Eher die ungeheuerliche Langeweile. Zu allererst: Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Manchmal muss man zu einem Buch einfach "Nein" sagen und seine Lebenszeit für bessere, lustigere, schönere Bücher nutzen. So ging es mir bei diesem Roman.
Aber nicht alles ist schlecht an Coes Buch. Die Idee ist gut. Ein mit sich und der Gesellschaft, ja dem Leben im Algemeinen unzufriedener Mann Ende Vierzig begibt sich auf einen Roadtrip durch das Vereinigte Königreich und räumt nebenbei mal mit seinem Leben auf. Depressionen müssen langsam hinter sich gelassen werden, die Ex-Frau besucht und die Beziehung zum Vater verarbeitet werden. Das alles wird nicht leichter wenn man über Ex-Frau und Vater plötzlich Dinge erfährt, die die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht gerade erleichternnund nebenbei auch noch verlorenen Freundschaften hinterhertrauert.

Wie gesagt, die Idee ist gut. Die Umsetzung leider nur zum Teil. Gefallen haben mir die Briefe und Kurzgeschichten, die den Roman an vier Stellen auflockern und dem Leser das Erzähler-Ich von einer neuen Seite zeigen. An diesen Stellen hat man die Chance ein wenig von dem anvisierten Tiefgang der Geschichte zu erahnen. Doch nach ein paar Seiten schaltet sich Maxwell Sim wieder ein und erzählt uns von seinen wenig interessanten Gedanken zum Thema Toyota Prius (das Gefährt, das ihn durchs Königreich bringt und dessen Navigationsgerät es ihm ganz besonders angetan hat). An diesen Stellen wird es schlicht und ergreifend langweilig und man beginnt an den Schriftstellerischen Fähigkeiten des Autors zu zweifeln. Genau das tut Maxwell übrigens irgendwie auch. Sobald es gilt eine Person näher zu beschreiben, rettet sich der Autor in die Unfähigkeit des Erzähler-Ichs Beschreibungen anzufertigen und sagt uns Lesern das auch frei heraus. Ich persönlich halte das für eine recht billige Abkürzung. Da nimmt der Autor den einfachen und - wie es meist ist - uninteressanteren Weg. Schade.

Ein Wort übrigens, das mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf ging - Schade.
Und: Vielleicht hätte Stephen Clarke diesen Roman besser schreiben können. Hat er leider nicht. Schade.